Mission Zukunftskompetenz:Wie führt man deutsche Familienunternehmen zur digitalen Souveränität?


Ein Großteil der deutschen Wirtschaftsleistung wird von Familienunternehmen generiert. In Sachen digitaler Transformation hat der so wichtige Mittelstand immensen Nachholbedarf. Die Mittelstandsexperten Katrin Schwarz und Oliver Stiefenhofer setzen alles daran, dies zu ändern und haben sich die „ENKELTAUGLICH“ von Familienunternehmen zur Mission gemacht.

Im Interview mit den beiden Geschäftsführern der Düsseldorfer AYB | About Your Business GmbH geht es um Zukunftskompetenzen, die Bedeutung digitaler Souveränität und die zentralen Herausforderungen und Erfolgsfaktoren von Transformationsprojekten deutscher Familienunternehmen.

Die Change Architekten von AYB sichern mit digitaler Souveränität die Zukunft von Familienunternehmen.

Wie ENKELTAUGLICH sind deutsche Familienunternehmen und welche Rolle spielt die digitale Souveränität?


In der Vergangenheit war souveränes Agieren ein Kennzeichen des Mittelstands. Im Kontext der Digitalisierung beobachten wir eine gewisse Orientierungslosigkeit. Es ist nicht eindeutig, was zu tun ist, um das Unternehmen erfolgreich an die nächste Generation weiterzugeben. Viele Unternehmen lassen sich einfach treiben, sind fremdbestimmt. Die Souveränität, das proaktive Voranschreiten und der Mut, die Komfortzone zu verlassen, um Erfahrungen zu sammeln – das ist ein Stückweit verloren gegangen.

Digital souverän zu sein bedeutet auch, sich seiner Stärken und Schwächen bewusst sowie offen für Kooperationen zu sein. Wer alles selbst macht, wird in diesem Fall nicht erfolgreich sein – dazu ist das Thema viel zu komplex.

Digitale Souveränität ist nicht nur eine Frage der Technologie, sondern auch der Menschen und der Organisation mit ihren jeweiligen Wechselwirkungen. Nur wenn diese Faktoren ausgewogen sind, wird das Unternehmen erfolgreich und ENKELTAUGLICH sein.

Sie legen den Fokus auf die Beratung von Familienunternehmen. Wie würden Sie deren Besonderheiten beschreiben?


Die Corona-Krise hat bewiesen, wie innovativ Unternehmen sein können. Diese Innovation wünschen wir uns für Deutschland zurück. Digitale Souveränität erfordert eine gewisse Bereitschaft der Organisationsform. Familienunternehmen bieten mit ihren Stärken und Schwächen hinsichtlich Innovation, Führung und Entscheidungsbereitschaft optimale Voraussetzungen. Sie besitzen eine starke Wertekultur. Da geht es um Qualität, Flexibilität und um die Verantwortung der Familie, aber auch den Mitarbeitern gegenüber, das Unternehmen gut oder sogar besser weiterzugeben. Eine wertegetriebene Kontinuität ist anders als ein profitgetriebenes Quartalsdenken von börsennotierten Unternehmen. Sie denken in längeren Zeiträumen, über Generationen hinweg und sind schneller und ressourcenorientierter. Es gibt eine andere Art des Miteinanders: Die Wertekultur, diese Kraft, die Mitarbeiter mitzunehmen, das ist ein unglaublicher Wert.

Warum ist die digitale Souveränität für Familienunternehmen so wichtig?


Familienunternehmen wachsen in Generationen: In der Regel hatte der Gründer eine zündende Idee, die über die nächsten Generationen entwickelt oder verwaltet wird. Einige Unternehmen neigen dazu, sich auf den Erfolgen der Vergangenheit auszuruhen. Zudem ist die Sicht auf das eigene Geschäftsmodell anders als in Organisationen, die mit externen Kompetenzen geleitet werden. Sie müssen erst einmal die Notwendigkeit der Digitalisierung erkennen. Innovation wird von unterschiedlichen Perspektiven getrieben. Deshalb benötigen Familienunternehmen verstärkt eine externe Sicht auf ihre Firma. Außerdem ist das Thema Digitalisierung so komplex, das kann nicht wie früher ein Patriarch allein lösen. Das erfordert kollektive Intelligenz. Und je diverser das Unternehmen ist, desto innovativer und erfolgreicher wird es sein.

Je diverser das Unternehmen ist, desto innovativer und erfolgreicher wird es sein.

Welche Digitalisierungsthemen beschäftigen den Mittelstand am meisten?


Man kann es nicht an technischen Themen festmachen. In der Regel sind die Unternehmen in der Prozess-Optimierung verhaftet. Die Dinge, die wirklich notwendig wären, werden nicht getan. In manchen Bereichen werden Innovationen gefördert, diese bleiben aber Insellösungen und die Fragen nach Abhängigkeiten oder auf welchen Teil der Strategie sie einzahlen, bleiben ungeklärt.

Einige beschäftigen sich mit der Innovation von Produkten und Dienstleitungen, aber bei den Geschäftsmodellen ist noch viel Nachholbedarf. Die richtige Verbindung zu neuen Geschäftsmodellen, zu Innovationen, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen, andere Märkte zu betrachten, Plattformgedanken mit ins Spiel zu bringen – davon sind viele noch weit entfernt.

Wie gehen Sie an ein Transformationsprojekt heran?


Mit einer sehr methodischen Analyse untersuchen wir die Dimensionen: Prozesse & Effizienz, Innovationen & neue Geschäftsmodelle, Menschen & Kulturen, Partner & Außendarstellung und ermitteln den digitalen Reifegrad. Dann gehen wir tief ins Unternehmen rein und kreieren ein klares Bild für die Zukunft. Wir haben einen klaren Plan, eine digitale Roadmap, was wir über die nächsten Jahre erreichen wollen. Von der Strategie, die alle 12 Monate überprüft wird, werden Projekte und Maßnahmen abgeleitet und getrackt. Dabei unterstützt uns Solyp 4.0 mit verschiedenen Kennzahlen, KPIs, Umfragen, Feedbacks etc., sorgt für ein klares Bild zu allen Themen und macht sie steuerbar. Transparenz ist ganz entscheidend: Abhängigkeiten aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen, was in welchen Part der Strategie einzahlt. Es ist ein ständiges Verfolgen von definierten Schritten, die am Ende des Tages zur digitalen Souveränität führen.

Man muss viel Engagement mitbringen und erfahrene Leute vor Ort haben, um Kulturen, Mindsets, jahrelange Arbeitsweisen zu verändern und fehlende Skills in die Organisation zu bringen. Das dauert oft Jahre. Wir bringen im Verlauf der Projekte die führenden Experten für das jeweilige Thema zum richtigen Zeitpunkt an den Tisch.

Also sind erfolgreiche Transformationsprojekte Kollaborationsprojekte?


Wir sehen Kooperation als Teil unseres Geschäftsmodells und als eine Stärke. Das Thema der digitalen Veränderung ist so komplex, dass man es nur in Zusammenarbeit mit den Experten und den Einsatz innovativer Software bewältigt. Es sind so viele Akteure an einem Projekt beteiligt: Mitarbeiter, Führungskräfte, unterschiedliche Ebenen, diverse Beratungsunternehmen etc. Das funktioniert nur, wenn alle an denselben Punkten, mit derselben Information und Sicht auf die Dinge arbeiten. Wenn Sie heute viele Kunden oder Kundenprojekte orchestrieren und nicht auf Knopfdruck wissen, ob alles nach Plan läuft oder nicht, dann fällt alles irgendwann
wie ein Kartenhaus zusammen.

Ohne Solyp 4.0 wäre es nicht möglich, in unserem Geschäftsmodell so skalierbar, flexibel und planbar unterwegs zu sein. Dabei greifen wir nicht auf bestehende Module der Software zurück, sondern entwickeln sie unseren Anforderungen nach. Das macht Solyp und die Zusammenarbeit mit Evolutionizer so einzigartig für uns: Sie verstehen, was wir brauchen und liefern es.

Nicht nur die Orchestrierung ist für den Kunden ein Mehrwert. Wir vereinen in den Kundenprojekten oft Silos und lösen Altlasten ab. Jeder hat irgendein BI-Tool, ein Projektmanagementtool, eine schlechte Kollaborationslösung und wir konzentrieren alles bestmöglich auf der Plattform. Die Kunden sind damit deutlich schneller, agiler und durch die Daten und Fakten klarer in ihrer Entscheidungsfindung.

Das Thema der digitalen Veränderung ist so komplex, dass man es nur in Zusammenarbeit mit den Experten und den Einsatz innovativer Software bewältigt.

Was sind die größten Herausforderungen bei digitalen Transformationen von Familienunternehmen?


Die Kombination aus Prozess, Produkt & Dienstleistung, aber auch radikaler Geschäftsmodellinnovation, erfordert Mut. Eine Herausforderung ist die Risikoaversion im Hinblick auf betriebswirtschaftliche Kennziffern – also Investitionen. Der kann man strukturiert begegnen, in dem man in kleinen iterativen Schritten vorgeht.

Unsere Erfahrung zeigt: Je mutiger das Unternehmen vorgeht, desto größer die Erfolge.
Technologie ist nicht die Herausforderung. Die Herausforderung ist der Mensch, die Organisation und die innovationsfreundliche Kultur – offen, wertschätzend. Diese Wechselwirkung funktioniert nur mit guter Kommunikation und guter Führung. Innovationsführerschaft bedeutet Innovation in der Führung: In der Umgebung von gestern kann ich nicht auf Gedanken von morgen kommen. Das Mindset muss geändert werden, das
bedingt sich alles.

Und es gehört eine Methodik dazu, wie ich Innovation fördere: Man innoviert heute anders, in kleineren Schritten, in enger Abstimmung mit Kunden. Das ist etwas, was dem Mittelstand fehlt. Kollaboration, da wird eher in Abteilungen und Silos gedacht.

Was sind die Pluspunkte?


Familiengeführte Unternehmen sind im Vergleich zu nicht familiengeführten Unternehmen schneller, wenn sie die Entscheidung getroffen haben. Wenn der Weg einmal eingeschlagen wurde, dann geht es sehr schnell, sehr effizient und ressourcenorientiert. Das liegt zum einen an der Hierarchieebene und am Vertrauensbonus den Mitarbeitern gegenüber – aber auch umgekehrt. Wenn die Mitarbeiter nicht intrinsisch motiviert sind, dann fällt es extrem schwer, sich zu verändern. Wenn es uns gelingt, die Unternehmen mit ihren starken Werten dahinzuführen, dass sie allein innovativ sein können, weil sie die Organisation entwickelt haben und die Technologie nutzen, um Innovationsführer zu sein – dann haben wir unser Ziel erreicht.

Vielen Dank für das Gespräch.

Werden Sie auch ENKELTAUGLICH

Wenn Sie jetzt wissen wollen, WAS Sie WIE mit WEM tun müssen, dann klicken Sie auf diesen Link. WARUM, kann ich Ihnen schon sagen: Wir verschaffen Ihnen eine digitale Souveränität für eine ENKELTAUGLICHE Zukunft.

Eure Katrin Schwarz

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